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"Das Jucken in meinem Ohr macht mich kirre!!" GEHÖRGANGSEKZEM - ein häufig hartnäckiges Problem | News / Blog

Sonnenhut

Heftiger Juckreiz im Gehörgang

Susanna (48) kam sehr verzweifelt in meine Praxis. Seit mehreren Jahren litt sie unterdessen an einem Gehörgangsekzem mit heftigem Juckreiz und wiederkehrenden Entzündungen. Zig mal war sie beim HNO-Arzt, der jedesmal das Ohr reinigte und Kortisonsalbe hineinstrich. Kurzfristig hatte sie dann Ruhe, doch dann ging es immer wieder los mit der elenden Juckerei. Sie hatte sich auf Allergien testen lassen, ohne Befund, und Haarschampoo und Duschgel umgestellt, trug keine Ohrringe mehr und nutzte kein Haarspray, weil sie gehört hatte, daß dort die Ursache liegen könnte. Peinlich genau reinigte sie ihr Ohr mit Wattestäbchen und spülte es regelmäßig, damit sich nicht wieder dieses eklig braune Ohrenschmalz bildete...

Was ist ein Gehörgangsekzem oder eine Otitis externa?

Hier geht es um eine Entzündung der Haut und des Unterhautfettgewebes des äußeren Gehörgangs des Ohres. Unterschieden werden zwei Formen des Gehörgangsekzems, die einzeln oder auch abwechselnd auftreten können:

Die trockene Form

  • Heftiger Juckreiz
  • Ablösung von trockenen Hautschuppen und Hautfetzen
  • brennender Schmerz
  • Entzündung

Die nässende Form

  • Heftiger Juckreiz
  • Entzündung
  • Schwellung des Gehörgangs
  • Absonderung von übelriechendem, oft schmierigen Sekret (nässendes Ohr)
  • Schmerzen, oft Schmerzverstärkung beim Kauen

Oft haben Patienten ein chronisches Gehörgangsekzem oder es tritt in kurzen regelmäßigen Abständen immer wieder auf, meist über viele Jahre.

Wichtig zu wissen:

Der Gehörgang des Menschen ist etwa 3,5cm lang und endet mit dem Trommelfell. Talgdrüsen im Gehörgang bilden das Cerumen, das ist das Ohrenschmalz, ein gelblich-bräunliches Sekret, das den Gehörgang befeuchtet und ihn geschmeidig macht. Es erhält den Säureschutzmantel der Haut aufrecht und hat somit Abwehrfunktionen, so daß Bakterien und Pilze sich nicht niederlassen können und schützt somit vor Infektionen. Weiterhin sammelt es Schmutz, Staub und abgestorbene Hautzellen und bringtsie nach außen. Winzige Härchen befördern das Cerumen, sozusagen von einer Hand in die nächste in Richtung Ohrmuschel. Im Gehörgang findet somit eine wichtige Selbstreinigungs- und Abwehrfunktion statt.

Durch ständiges Säubern und Spülen, insbesondere durch das Verwenden von Wattestäbchen oder Haarnadeln zerstört man die wichtigen Schutzfunktionen im Ohr. Durch die Wattestäbchen kommt es oft zu Mikroverletzungen, wo sich dann Bakterien oder Pilze ansiedeln können und Entzündungen auftreten. Die Haut trocknet aus und Hautausschläge breiten sich mit Juckreiz aus. Wenn dann zusätzlich noch Kortison gegen das Jucken eingesetzt wird, wird die Gehörgangshaut weiterhin zerstört und die kleinen wichtigen Härchen fallen oft aus. Dann juckt es immer mehr, die Entzündungen nehmen zu, Ohrenschmalz wird dann übermäßig produziert und das Ohr fängt oft an zunässen. Weiterhin wird der mögliche Hautausschlag unterdrückt und tritt bei der nächsten Gelegenheit doppelt so schlimm mit heftigem Jucken und möglichen Schmerzen auf. Ein ständiger Juckreiz verführt zu ständigem Kratzen im Ohr. Somit bringt man auch über die Kratzspuren und Fingernägel weitere Entzündungsherde in den Gehörgang und hält so alles weiterhin am "Kochen".                         Ein Circulus virtuosus.

Sollte wirklich mal zuviel Ohrenschmalz auftreten und vielleicht auch das Ohr verstopfen, immer zur Reinigung zum HNO-Arzt gehen, der meist nicht spült, sondern heutzutage besser ein Art "Staubsauger" im Ohr anwendet. Also Hände weg vom Gehörgang!!!!

Ursachen

  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Kontaktekzem durch Haarschampoo oder Duschgel
  • Kontaktekzem durch Haarspray oder Haartönungen
  • zu häufige Reinigung des Gehörgangs
  • Mikroverletzungen des Gehörgangs z.B. durch Wattestäbchen, Haarnadeln, Fingernägel
  • Ohrspülungen 
  • Feuchtigkeit im Ohr nach dem Schwimmen oder Baden -> Feuchtigkeit mit dem Fön trocknen!!
  • ständiges Tragen von Ohrstöpseln
  • ständiges Tragen von Hörgeräten
  • Folgen von Diabetes mellitus

Hilfe mit Klassischer Homöopathie und Hypnotherapie

Mit Klassischer Homöopathie hat man gute Chancen den Circulus virtuosus des Juckreizes und der Entzündungen zu durchbrechen. Das nach einer großen Erstamnese individuell für den Patienten ausgewählte Heilmittel bringt die Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht, die die Selbstheilungkräfte des Körpers aktiviert. Entzündungen, Hautausschläge, nässende Wunden, Juckreiz werden nicht unterdrückt, sondern vom Körper selbst nachhaltig abgebaut. Mit Hypnose kann man zusätzlich lernen, das Verlangen im Ohr zu Kratzen und mit dem Wattestab zu manipulieren in den Griff zu bekommen.  

Patienten tragen ihren eigenen Arzt in sich. Sie kommen zu uns und wissen nichts von dieser Wahrheit. Das Beste, was wir tun können, ist, dem inneren Heiler unserer Patienten die Chance zu geben, seine Arbeit zu tun.                                                                             Dr. Albert Schweitzer