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HILFE, ICH HABE EIN RAUCHERBEIN, OBWOHL ICH GAR NICHT RAUCHE! | News / Blog

Weg

Ein Raucherbein muß nicht ausschließlich vom Rauchen kommen

Ein Raucherbein ist eine chronische periphere Verschlußkrankheit (pAVK), dh. die Arterien am Bein oder Becken sind durch arteriosklerotische Ablagerungen ("Arterienverkalkung") verengt und zunehmend verstopft, meist die mittelgroßen und kleinen Arterien, so daß das Bein nicht ausreichend durchblutet werden kann. In Folge wird das Bein immer weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, es kommt zu Schmerzen beim Laufen, wobei die Gehstrecken, die schmerzfrei geschafft werden, immer kürzer werden. Nach und nach sterben Zellen ab und es kommt zu Gewebsuntergang, schlimmstenfalls kann es dann zu einer Amputation führen. Die arteriosklerotischen Ablagerungen in den Gefäßen rühren selbstverständlich nicht nur vom Rauchen her, sondern werden z.B. auch ausgelöst durch einen unbehandelten Bluthochdruck, Diabetes mellitus, einen zu hohen Cholesterinspiegel oder Bewegungsmangel. Eine sehr häufige Ursache jedoch ist das Rauchen, daher der Name Raucherbein.

Oft lange Zeit unerkannt

Die pAVK verläuft lange Zeit beschwerdefrei, da rund 90% der Arterien-Engstelle verstopft sein müssen, ehe sich Symptome wie Schmerzen, Schwäche in den Beinen, und ständig kalte Füße zeigen, so daß der Betroffene überhaupt erst aufmerksam wird, daß sich ein krankhafter Zustand entwickelt. Daher verläuft die Krankheit oft unbemerkt und selbst, wenn sich erste Schmerzen zeigen, werden diese oft als Gelenkschmerzen, Arthrose oder Muskelfaserriß fehlgedeutet. Es entwickelt sich nach und nach die Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens). Nach einer gewissen Gehstrecke treten Schmerzen auf, die den Patienten zum Stehenbleiben zwingen. Nach einer kurzen Pause kann er weitergehen, so als würde er vor einem Schaufenster kurz innehalten und dann weiter gehen, deshalb die Bezeichnung Schaufensterkrankheit.

Die pAVK wird in 4 Stadien unterteilt:

Stadium I     Beschwerdefreiheit, wenige Engstellen, Aufdeckung der Krankheit eher durch Zufallsbefund

Stadium IIa  Schmerzen im Bein beim Gehen einer Gehstrecke von mehr als 200m

Stadium IIb  Schmerzen im Bein beim Gehen einer Gehstrecke von unter 200m 

Stadium III   Schmerzen in Ruhe meist in den Füßen und Zehen, oft im Liegen

Stadium IVa  Zellen sterben ab, Gewebsschädigungen und Gewebsuntergang, trockenes Gangrän mit dunkler, schwärzlicher Verfärbung

Stadium IVb   Geschwürbildung mit bakteriellen Infektionen, feuchtes Gangrän

Symptome

  • anfangs Beschwerdefreiheit
  • Belastungsschmerz beim Gehen, wobei die Gehstrecken, die ohne Schmerzen bewältigt werden können, immer kürzer werden
  • da die arteriosklerotischen Engpässe in den Arterien des Beckens, des Oberschenkels oder des Unterschenkels vorkommen können und die Schmerzen dann unterhalb des Engpasses entstehen, finden sich Schmerzen bei Gehen im Gesäß, im Oberschenkel oder im Unterschenkel
  • später auch Schmerzen in Ruhe, oft im Liegen, dann meist im Fuß und in den Zehen
  • wichtig! Da Diabetikern im fortgeschrittenen Verlauf der Zuckerkrankheit oft die Empfindungübertragung in den Füßen und Beinen verloren geht, können sie oft keinen Schmerz spüren. Füße und Beine sind dann empfindungslos, so daß die Entwicklung einer pAVK auch im fortgeschrittenen Verlauf übersehen wird!! 
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln besonders im Fußbereich
  • kalte Zehen, Füße, Beine
  • blasse Haut des betroffenen Beines
  • Austrocknung der Haut des betroffenen Bereiches, oft Juckreiz der Haut
  • da die Abwehr durch die Minderdurchblutung eingeschränkt ist, kann es in diesem Stadium vermehrt zu Fußpilz kommen
  • Verletzungen, offene Wunden heilen im betroffenen Bereich schlechter und brauchen längere Zeit eh sie wieder abgeheilt sind
  • schwacher Puls bis hin zur Pulslosigkeit aller Bereiche unterhalb der Engstelle
  • dunkle, schwärzliche Verfärbungen bilden sich meist an den Zehen und weiten sich auf Fuß und Bein aus, falls das Problem unbehandelt bleibt. Durch die Minderdurchblutung wird das Bein nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, so daß Zellen absterben und das Gewebe zerstört wird. Es entwickelt sich ein trockenes Gangrän (Gewebsuntergang)
  • da auch die Abwehr durch die Minderdurchblutung stark eingeschränkt ist, kann es zu einer Geschwürbildung (offene Haut- und Gewebsstelle) mit bakterieller Entzündung kommen und es zeigt sich dann ein feuchtes Gangrän.

Ursachen

  • Arteriosklerose "Arterienverkalkung"
    • Rauchen
    • Diabetes mellitus Typ 1 (meist autoimmun, muß grundsätzlich Insulin spritzen, Ausbruch des Diabetes meist schon im Kinder- oder Jugendalter)
    • Diabetes Typ 2 (meist durch Übergewicht ausgelöst oder im höheren Lebensalter, anfangs meist nicht insulinpflichtig)
    • erhöhter Cholesterienspiegel
    • unbehandelter Bluthochdruck
    • Bewegungsmangel
  • Raynaud-Syndrom (Gefäßverengung durch Verkrampfungen der Gefäße) eher seltener
  • Thrombangiitis obliterans (Gefäßentzündungen, die zu Gefäßverschlüssen führen) eher seltener

Und nun? Was kann man tun?

Eine periphere Verschlußkrankheit (pAVK) ist keine Kleinigkeit und sollte sehr ernst genommen werden, da es schlimmstenfalls zu einer Amputation kommen kann. Leider wird heutzutage manchmal auch zu schnell amputiert, ohne daß andere mögliche Maßnahmen ergriffen wurden. Besonders beim diabetischen Gangrän, sollte ein gut ausgebildeter Diabetologe die sehr feinfühlige und oft langwierige Behandlung durchführen, damit eine Amputation möglichst vermieden wird. Wird eine Amputation erwogen, rate ich vorher eine 2 Meinung einzuholen!! Weiterhin sind Menschen mit einer pAVK auch stärker gefährdet an anderen Stellen des Körper einen Verschluß wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen. Was viele Menschen oft nicht wissen: auch einzelne Organ-Arterien können einen Verschluß ausbilden, so daß es z.B. zu einem Infarkt am Darm oder im Auge sowie in jedem anderen Organ kommen kann.

Vorbeugende und begleitende Maßnahmen:

  • Rauchen - tja was soll ich sagen, am besten aufgeben! Mit HYPNOSE kann man relativ schnell und streßfrei zum Nicht-Raucher werden!
  • Bei Übergewicht sollte man abnehmen, damit ein Übergang zu einem Diabetes mellitus Typ 2 und / oder ein erhöhter Cholesterinspiegel vermieden wird bzw. abgebaut wird. 
  • gesunde, bewußte Ernährung, dh. 
    • kurzkettige Zucker vermeiden (viel enthalten in Cola, Brause, Süßigkeiten, Kuchen, Eis, Ketch up usw. - das bedeutet nicht, daß Sie total enthaltsam leben müssen, aber Süßes achtsam in Maßen genießen. Ein Stück Schokolade achtsam genießen anstatt die ganze Tafel nebenbei verschlingen!!) 
    • gesättigte Fettsäuren, hauptsächlich in tierischen Fetten enthalten, meiden und stattdessen mehrfachungesättigte Fettsäuren nutzen (z.B. Olivenöle), denn diese werden vom Körper benötigt und bauen Cholesterin im Blut ab.
    • wenig Fleisch, viel Gemüse und Salate
  • viel Bewegung, Laufen, Spazierengehen, Fahrradfahren, Treppen steigen, Sport
  • Bluthochdruck abbauen bzw. einstellen lassen
  • Diabetes mellitus gut einstellen lassen, dh. ein HbA1-Wert (Blutzuckerlangzeitwert) sollte bei Diabetes mellitus zwischen 6 und 6,5 liegen
  • Schmerzen im Bein immer ernst nehmen und vom Facharzt auf pAVK untersuchen lassen
  • Beine nicht beim Sitzen nicht übereinander schlagen, denn dann wird die Blutzirkulation "abgeklemmt"
  • Gehtraining besonders im Stadium II und III der pAVK
  • Kontrolle der Füße und Zehen um Gewebsveränderungen und Geschwüre zu sichten
  • bei pAVK durch Diabetes nicht barfuß z.B. am Strand laufen, um Verletzungen zu vermeiden
  • immer auf gut sitzende Schuhe achten, um Druckstellen zu vermeiden
  • regelmäßige medizinische Fußpflege
  • Tiefgreifende Behandlung mit KLASSISCHER HOMÖOPATHIE
    • Folgeerscheinungen von Diabetes mellitus lassen sich zusätzlich homöopathisch sehr gut positv beeinflussen und herauszögern
    • pAVK läßt erstaunlich gut homöopathisch behandeln

Patient mit pAVK in der homöopathischen Praxis

Vor 1 Jahr kam ein 82-jähriger Patient in meine Praxis mit einer pAVK im Stadium IV mit dunklen entzündlichen Verfärbungen am großen Zeh rechts. Der Patient hatte Schmerzen in der rechten Wade beim Gehenund konnte nur ganz kurze Strecken laufen. In Ruhe hatte er Schmerzen im betroffenen Zeh. Weiterhin hatte er an einigen Stellen des Fußes Taubheitsgefühle. Er war zuvor im Krankenhaus gewesen, wo man ihn gründlichst untersucht hatte und außer der fortführenden Blutverdünnung konnte man nichts für ihn tun. Eine Amputation wurde in Erwägung gezogen, der Patient lehnte diese ab. Der Patient war depressiv verstimmt und grübelte über den Tod. Nach einer großen Erstanamnese konnte ich ein tiefgreifendes homöopathisches Heilmittel für den Patienten auswählen, welches er in aufsteigenden LM-Potenzen täglich einnahm. Schon nach 4 Wochen war er wieder zuversichtlich, seelisch aufgehellt. Nach 8 Wochen gingen die dunklen Verfärbungen zurück bis sie in den Folgewochen gänzlich verschwunden waren. Auch die Schmerzen im Zeh lösten sich auf. Weiterhin war er bereit, einen täglichen Spaziergang zu machen, wobei er im Laufe der Zeit immer besser laufen konnte, dh. die Schmerzen wurden immer weniger. Heute nach knapp 1 Jahr homöopath. Therapie kann der Patient wieder rund 400m beschwerdefrei laufen. Die tauben Stellen am Fuß allerdings sind noch vorhanden. Weiterhin geht der Patient regelmäßig zur medizinischen Fußpflege und nimmt die blutverdünnenden Medikamente. 

Gehtraining

Untersuchungen haben erwiesen, besonders eine Studie von Timothy Murphi am Rhode Island Hospital, daß ein Gehtraining besonders im Stadium II und III eine außerordentlich wichtige Maßnahme ist, denn das Gehtraining regt eine erhöhte Durchblutung der Beine an, so daß der Körper stimuliert wird, am Engpaß der Arterie einen natürlichen Byepaß, eine Art "Umgehungsstraße" zu entwickeln, indem Nebengefäße erweitert und ausgebaut werden, wodurch die Durchblutung nach und nach wieder verbessert wird. Dabei sollte man aber die Schmerzgrenze respektieren und den Körper nicht überstrapazieren, dh. nur so weit gehen bis der Schmerz sich zeigt, dann pausieren und wieder eine Strecke bis zum Schmerz laufen. Wichtig ist dabei das tägliche Training und schon nach kurzer Zeit wird man feststellen können, daß die schmerzfreie Wegstrecke immer länger wird und das Bein immer besser durchblutet wird.

Viele Betroffene machen allerdings den großen Fehler, daß sie, wenn die ersten Schmerzen beim Gehen auftreten, die Bewegung eher vermeiden und das Gehen mehr und mehr einstellen, so daß die pAVK noch schneller fortschreitet, da das Bein noch weniger durchblutet wird.

Maßnahmen durch den Schulmediziner

  • genaue Diagnose 
  • Blutverdünnung, um Gerinnselbildung zu verhindern
  • Ballondilatation (PTA) der Gefäßengstelle, dh. die Engstelle wird erweitert, jedoch kann nicht jede Engstelle mit einer PTA behandelt werden
  • Stent-Implantation, dh. eine Metallstütze zum Offenhalten des Gefäßes wird eingebaut
  • Byepaß-OP, dh. eine künstliche Umgehung des Engpasses wird gelegt
  • Geschwüre und trockenes Gangrän bei Diabetes mellitus bedürfen einer sehr sorgfältigen Überwachung und Behandlung durch einen guten Diabetologen

Gute Chancen auf Verbesserung beim Raucherbein mit KLASSISCHER HOMÖOPATHIE und einem konsequenten Gehtraining.