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HYPNOSE BEI CHRONISCHEN SCHMERZEN | News / Blog

Schmerz

SCHMERZEN

Das Schmerzempfinden ist wichtig!

Das Schmerzempfinden ist wichtig. Schmerzen weisen im akuten Fall daraufhin, daß unser Körper, oder auch unsere Seele genau in diesem Moment verletzt wird, in Gefahr ist oder aber, daß dort, wo der Schmerz verspürt wird, etwas nicht in Ordnung ist.

Einige Beispiele hierzu:

  • Fassen wir auf eine heiße Herdplatte, wird der Schmerz punktum wahrgenommen und die Hand sofort unwillkürlich weggezogen, damit die Verletzung der Hand verhindert wird
  • Verspüren wir Schmerzen im Rücken, wenn wir eine schwere Kiste heben wollen, ist es oft die Warnung: Wenn Du die Kiste noch höher hebst, noch länger trägst, wird vielleicht Deine Bandscheibe vorfallen, es ist zu schwer für Deinen Rücken. Setze ab!!!
  • Trinken wir heißen Tee und ein spezieller Zahn wird mit dem heißen Getränk berührt und löst einen Zahnschmerz aus, bekommen wir den Hinweis: Mit Deinem Zahn ist etwas nicht in Ordnung z.B. ist die Zahnwurzel entzündet oder es hat sich ein Loch in den Zahnschmelz durch Karies gefressen...
  • Werden wir von einem Menschen, der eine wichtige Rolle in unserem Leben spielt, beleidigt, gedemütigt oder verletzt, tut es uns vielleicht im Herzen weh und möglicherweise kommen uns die Tränen...

Chronische Schmerzen - Alarmanlagen, die nicht abgestellt wurden

Das Schmerzempfinden ansich darf nicht aufgehoben werden, denn die Schmerzen dienen als Alarmsignale des Körpers und der Seele. Sie machen aufmerksam auf Gefahren und Probleme.

Chronische Schmerzen dagegen sind wie Alarmanlagen, die nicht abgestellt wurden, dh. die Ursache des Schmerzes ist längst bekannt, möglicherweise wird der Ort des Geschehens schon lange behandelt, vielleicht ist das Problem, die Verletzung, die Wunde schon seit langer Zeit verheilt oder der schmerzende Körperteil ist gar nicht mehr vorhanden, wie z.B. beim Phantomschmerz und doch gibt es permanent oder anfallsweise Schmerzen.

Schmerzen entstehen erst im Hirn

Auf der Haut oder an beliebigen Stellen des Körpers können Schmerzrezeptoren wahrnehmen, daß eine Verletzung oder Reizung stattfindet. Über Nervenbahnen wird diese Information dem Gehirn zugetragen und verarbeitet. Dort entscheidet das Hirn, ob diese Information jetzt als Schmerz wahrgenommen wird oder nicht. Oder noch klarer gesagt: Schmerz entsteht und existiert ausschließlich im Hirn!!

Am folgenden Beispiel kann man dieses Phänomen erkennen:

  • Ein Diabetiker, dessen Nervenbahnen Schmerzen nicht mehr übertragen können durch die Folgen von Diabetes, tritt barfuß in eine Glasscherbe. Die Haut wird bis tief ins Fleisch hinein aufgeschnitten und das Blut spritzt. Doch der Diabetiker merkt nichts von alledem. Das Hirn hat die Information nicht erhalten und entfaltet daher auch kein Schmerzgefühl.

Schmerz existiert nur im Gehirn und kann dementsprechend auch hier wieder ausgeschaltet werden

Schmerzen werden im sog. Schmerzgedächtnis gespeichert und aufrecht erhalten, oft bis weit über die Heilung der Verletzung oder Reizung der entsprechenden Körperstelle hinaus. Häufig wird dies z.B. bei den Folgen der Gürtelrose gesehen, wo sich Schmerzempfindungen im Schmerzgedächtnis festgesetzt haben und chronische Schmerzen produzieren.

Hypnose bei chronischen Schmerzen

Milton Erickson, der Begründer der modernen Hypnose, war durch eine Kinderlähmung sein Leben lang beeinträchtigt. Im hohen Alter kamen chronische Schmerzen hinzu. Mit täglicher Selbsthypnose hat er sich mit inneren Bildern bis zu seinem Tode im Alter von 79 Jahren jeden Morgen aktiviert und den Schmerz so weit runter geregelt, daß er in der Lage war seine Seminare zu halten und seine Patienten zu behandeln.

Da Schmerz eine Empfindung und nichts Gegenständliches ist, ist Schmerz nicht sichtbar. Im Rahmen der Hypnose jedoch kann man den Schmerz durch innere Bilder, durch Symbole und Metaphern vor dem inneren Auge sichtbar machen und mit ihm so arbeiten und ihn verändern. So kann man dem Schmerz z.B. eine Farbe geben, eine Farbe, die den Schmerz repräsentiert. Wollte man den Schmerz malen, welche Farbe würde man ihm geben? Dann kann man sehen wie er sich darbietet, ob er fließt, ob er in einem fest umrissenen Rahmen sitzt oder ob er sich wie ein Nebel ohne feste Grenze ausweitet. 

Man kann die Farbe verändern: Vielleicht hat der Patient den Schmerz als kräfiges, brennendes Rot wahrgenommen. Jetzt kann man das Rot noch brennender werden lassen wie ein Chillirot und schon wird der Patient den Schmerz als noch unangenehmer, noch heftiger empfinden. Wichtig ist jetzt die Erfahrung, daß eine Veränderung stattgefunden hat, denn alles, was ich vor meinem inneren Auge verschlimmern kann, kann ich auch verbessern: Jetzt wird die Farbe in einen wohltuenden, angenehmen Bereich verändert, vielleicht in ein helles, kühles Blau und schon nimmt die Intensität des Schmerzes ab. Dies wird nicht unbedingt ewig anhalten, genau wie bei einem Schmerzmittel, aber es für einige Stunden, einen Nachmittag kann die Abmilderung anhalten, Beruhigung bringen und Schmerzmittel einsparen. Es ist daher wichtig, daß der Patient in Selbsthypnose genau diese Bilder der Farbveränderung von Zeit zu Zeit wiederholt. 

Weiterhin sind der Phantasie in der Hypnose keine Grenzen gesetzt:

  • man kann z.B. als inneres Bild "Schmerzregler", kleine Stellschrauben an bestimmten Stellen des Körpers einsetzen und den Schmerz runter regeln
  • man kann den Schmerz von dem hoch empfindlichen Körperteil in einen eher weniger empfindlichen, weniger wichtigen Körperbereich z.B. vom Kniegelenk in den kleinen Zeh fließen lassen und ihn so verschieben
  • man kann den Schmerz, der vielleicht auf Kühlung positiv reagiert, durch eine frühere Erfahrung, die man gemacht hat, abmildern, indem man sich erinnert wie man mit dem schmerzenden Fuß durch kühles, frisches Meereswasser watet und den Fuß so kühlt. usw.

Schmerzmittel reduzieren

Weiterhin lösen Schmerzen Anspannungen und Verkrampfungen aus, welche die Schmerzen weiterhin verstärken. Verstärkt sich der Schmerz nehmen die Verspannungen und Verkrampfungen weiterhin zu. Ein Circulus virtuosus. Durch hypnotische Tiefenentspannung werden diese Verspannungen und Verkrampfungen gelöst und der Schmerz verblaßt von Mal zu Mal, so daß Schmerztabletten reduziert werden können.

Du kannst Dir jetzt erlauben etwas Neues zu lernen, so daß Du etwas wichtiges entdecken wirst und dabei kann sich einiges in Deinem Leben verändern, so daß Du einfacher dem näher kommst, was Du willst

Milton Erickson

Im Rahmen der Schmerztherapie mit Hypnose kann man entsprechende innere Bilder zu Linderung des Schmerzes setzen. Auch kann man die Ursachen für den Schmerz finden, falls möglicherweise eine seelische Ursache dahinter steckt und diese lösen. Zusätzlich kann jeder Selbsthypnose erlernen und die in der Praxis erarbeiteten Bilder und Möglichkeiten immer wieder eigenständig reaktivieren und den Schmerz damit reduzieren.